Kuchenrezept für zwei Personen: Zwetschgenkuchen

Kuchenrezept für zwei Personen: Zwetschgenkuchen

Hmmm … ich liebe frischen Pflaumenkuchen. In meiner süddeutschen Heimat nennt man ihn Zwetschgendatschi. Es hat eine Weile gedauert, bis ich alle Begrifflichkeiten für Pflaumenkuchen auf dem Schirm hatte. Mir ist jedenfalls auf Anhieb kein deutscher Kuchen eingefallen, der so viele verschiedene Namen trägt.  Aber genauso wenig habe ich ein Kuchenrezept für zwei Personen gefunden beziehungsweise für einen kleinen Kuchen. Also habe ich einfach ein normales Rezept halbiert. Es hat trotzdem einen schönen Kuchen ergeben und die Nachbarn konnten sich auch noch über Kuchen freuen.

Datschi, Prummetaat oder einfach Pflaumenkuchen?

Im Rheinland und in der Eifel wird Pflaumenkuchen Pruumetaat oder Prummekooke genannt.  Pfälzer, Hessen und Saarländer nennen Pflaumenkuchen Quetschekuche. Geht man in Franken in eine Konditorei, so bekommt man eine Quetschiplozn. Im süddeutschen Raum und Österreich ist es der Zwetschgendatschi. Als Germanistin habe ich mich dann natürlich gefragt, woher das „Datschi“ kommt. Vermutlich stammt das Wort aus dem ober- und mitteldeutschen Wort „detschen“ oder „datschen“. Bei mir zu Hause hieß das übersetzt „tatschen“. „Tatsch net alles an“ (Loss deine Griffel bei dir!). Tatschen kann man aber auch mit „hineindrücken“ übersetzten. Das würde dann auf den Zwetschgenkuchen wieder passen, da man die Zwetschgen in den Teig hineindrückt.

Traditionell besteht der Kuchen aus Hefeteig mit Streusel. In Augsburg soll der Kuchen aber ursprünglich mit Brotteig oder Mürbeteig hergestellt worden sein. Deshalb wird Augsburg manchmal auch Datschiburg genannt. Ich kenne Zwetschgenkuchen klassisch mit Hefeteig und Butterstreusel. So hat ihn meine Mama gebacken.

Der Unterschied zwischen Pflaumen und Zwetschgen

Vielleicht geht es euch wie mir. Ich dachte ganz lange „Pflaumen und Zwetschgen sind doch das gleiche“.  So ganz stimmt das aber nicht.  Pflaumen sind meist rund, blau oder rötlich. Pflaumen reifen schon im Hochsommer. Sie sind sehr saftig und süß. Der Kern löst sich eher schwer vom Fleisch. Bekannte Sorten sind „Tophit Plus“, „Königin Viktoria“ oder „Ruth Gerstetter“. Zu den Zwetschgen gehören vor allem längliche Früchte mit schwarzblauer oder dunkelblauer Schale, die mit einer ganz dünnen weißen Schutzschicht überzogen sind. Im Gegensatz zu Pflaumen behalten Zwetschgen ihr Aroma auch beim Einfrieren oder Einwecken und sind zum Kuchenbacken deshalb auch besser geeignet.

Zuckerfreies Kuchenrezept für zwei Personen

Vor kurzem wollte ich einen schnellen guten Kuchen backen mit frischen Zwetschgen. Aber es sollte kein klassischer Zwetschgendatschi vom Blech werden, sondern eine kleine Springform für zwei Personen. Und natürlich ohne Zucker. Bei Katharina von Katharina kocht habe ich schließlich ein Zwetschgendatschi Rezept gefunden, das ohne Zucker auskommt. Auf Wunsch kann man zum Teig aber 30 Gramm Zucker hinzufügen und/oder vor dem Backen nochmal 1 bis 2 Esslöffel über die Zwetschgen geben. Ich habe das Rezept von Katharina dahingehend abgewandelt, als dass ich Mandelmehl genommen habe.  Außerdem habe ich die normale Milch durch Mandelmilch ersetzt, da ich mit Laktose nicht klarkomme.  Da ich ja nur ein Kuchen für zwei Personen backen wollte, habe ich das Rezept halbiert. Hat auch sehr gut funktioniert.

Kuchenrezept für zwei Personen:

200 Gramm Mandelmehl

1 Ei, Größe M

50 ml Mandelmilch

15 Gramm Butter

10 Gramm frische Hefe

400 Gramm Zwetschgen

Rezept für eine normale Form:

200g Mandelmehl

1 Ei, Gr. M

100 ml Mandelmilch (oder normale Milch)

30 Gramm Butter
10g frische Hefe

600g Zwetschgen

Für Streusel:

Butter und Mandelmehl nach Wunsch mit dem Handmixer verrühren

Mehl in eine Schüssel sieben. Anschließend eine Mulde formen und dort das Ei hineingeben.

Mandelmilch und Butter auf ganz kleiner Hitze lauwarm werden lassen, so dass die Butter darin schmilzt. Anschließend musst du die Hefe in die Milch-Buttermischung geben und auflösen. Wenn die Mischung etwas abgekühlt ist, gießt du sie über das Mehl und knetest den Teig gut durch. Dazu kannst du eine Küchenmaschine nutzen oder einen einfachen Handmixer. Wie Katharina es angekündigt hat, ist der Teig sehr weich. Deshalb lieber etwas länger kneten. Anschließend deckst du die Rührschüssel ab und lässt den Teig so lange gehen, bis sich die Menge verdoppelt hat. Bei mir ging es etwa eine gute Stunde.

Die Zeit kannst du nutzen, um die Zwetschgen vorzubereiten. Ich habe sie halbiert und dann noch mal geviertelt (ganz nach Geschmack). Wie du auf den Fotos siehst, habe ich Scheiben geschnitten und später die Zwetschgen von außen nach innen gefächert. Genauso gut kannst du sie aber einfach klassisch in den Teig stecken. Das eine Ende drückst du dabei etwas tiefer in den Teig.

Zunächst musst du aber die Form gut einfetten und den Backofen bei Ober- und Unterhitze auf 180 Grad vorheizen.  Dann den Teig kurz in der Schüssel durchkneten und in die Springform geben. Anschließend gut festdrücken und die Zwetschgen nach Wunsch anordnen. Wer Zucker nutzt kann jetzt noch den Zucker drüber geben. Ich habe mir noch mit zwei Esslöffel Mandelmehl und Butter ein paar Streusel gemacht. Im Nachgang hätte ich etwas mehr Mehl nehmen sollen, damit der Kuchen gleichmäßig abgedeckt ist. Aber man lernt immer dazu beziehungsweise Zwetschgenkuchen werden einfach nicht perfekt. Vielleicht heißen sie ja deshalb auch Datschi? 😉

Wenn der Kuchen vorbereitet ist, lässt du ihn noch mal bis zu 15 Minuten ruhen. Der Kuchen muss bei 180 Grad etwa 30 Minuten backen.

Ich finde ihn lauwarm übrigens am allerbesten. Man kann ihn aber auch kalt genießen oder einfrieren. Wenn ihr ein gutes Kuchenrezept für zwei Personen kennt, freue ich mich übrigens über einen Hinweis.

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