Welche Zustatzstoffe in unseren Lebensmitteln stecken

Welche Zustatzstoffe in unseren Lebensmitteln stecken

Ja natürlich! Ich weiß ganz genau, dass das Essen aus der Dose, der Plastikschale oder dem Fertigpulverkarton nicht gesund ist. Mir ist klar, dass sehr viele Lebensmittel industriell und konventionell hergestellt sind. Und ich weiß auch, dass da Chemikalien und Zusätze drin sind, deren Name ich nicht einmal im Chemieunterricht gehört habe. Gerade deshalb ist es mir wichtig, die Zusatzstoffe in unseren Lebensmitteln herauszufinden und einige im Zuckermagazin vorzustellen.

Zunächst sollten wir aber über industriell verarbeitete Lebensmittel sprechen. Das sind all jene Lebensmittel, die nicht in ihrem ursprünglichen Zustand verkauft werden. Tiefkühl-Brokkoli zählt also zu den verarbeiteten Lebensmitteln, während der Brokkoli in der Gemüseabteilung ein natürliches Lebensmittel ist.  Für eine Tütensuppe wird der Brokkoli so zerkleinert, konserviert und getrocknet, dass es vermutlich schon gar kein Brokkoli mehr ist, bis er in der Tütensuppe landet.  Verarbeitete Lebensmittel sind in der Regel nährstoffarm oder hoch konzentriert, da sie zerkleinert und neu zusammengesetzt werden. Sie sollen möglichst lange haltbar gemacht werden. Damit sie danach aber noch gut aussehen und gut schmecken setzen ihnen Unternehmer Aromastoffe, Farbstoffe und Konservierungsstoffe zu.

 

Zusatzstoffe in unseren Lebensmittel

Künstliche Geschmacksstoffe

Künstliche Aromastoffe peppen unser Essen auf. Ein gutes Beispiel dafür sind Erdbeerjoghurts, die alles enthalten, nur eben keine Erdbeeren. Lebensmittel die mit künstlichen Aromastoffen aufgepeppt werden, sind minderwertig. Aroma setzt man zu, weil die verwendeten Rohstoffe keinen Geschmack haben.

Geschmacksverstärker

Der bekannteste Geschmackverstärker ist Glutamat. Es gibt Kaliumglutamat, Calciumglutamat, Glutaminsäure und Natriumglutamat. Sie sind in ihrer Wirkung identisch. Neurologisch betrachtet ist Glutamat ein Rauschgift, da eine suchterzeugende Aminosäureverbindung entsteht, die über die Schleimhäute ins Blut geht und von dort in unser Gehirn gelangt. Glutamat findet man in fast allen Fertigprodukten und Würzmittel. Dazu zählt auch das allseits beliebte Maggi. Glutamat macht nicht „high“, sondern erzeugt künstlichen Hunger, da es die Funktion unseres Stammhirns (das limbische System) stört. Es regelt neben der Gefühlswahrnehmung auch den Hunger. Fertigprodukte mit Glutamat machen süchtig nach mehr und erzeugen Hunger. Die Folge ist, dass wir mehr davon wollen, mehr davon essen und zunehmen.

Transfettsäuren

Transfettsäuren entstehen, wenn Pflanzenöl nicht richtig aushärtet. Sie verursachen einen hohen Cholesterinspiegel und verschiedene Herzerkrankungen. Transfettsäuren kommen vor allem in billiger Margarine und stark erhitzen Pflanzenölen vor. Allerdings auch in den Produkten, die daraus hergestellt werden: Pommes Frites, Kekse, Wedges, Kartoffelprodukte und Chips.

Künstliche Farbstoffe

Wenn Lebensmittel durch die starken industriellen Verarbeitungsprozesse verloren gehen, ist das für Unternehmen kein Problem. Sie verwenden künstliche Farbstoffe, damit das Produkt hübsch aussieht. Die meisten Lebensmittel sind nach dem Herstellungsprozess bläulich. Aber wer kauft blauen Erdbeerjoghurt? Niemand. Deswegen setzt man „rote Erdbeerfarbe“ hinzu, damit der Kunde glaubt, er esse gesunden Erdbeerjoghurt.

Süßstoffe

Weil viele Endverbraucher gesundheitsbewusst sind, greifen sie gerne zu Produkten „ohne Zucker“. Leider wissen sie nicht, dass den Nahrungsmitteln künstliche Süßstoffe zugesetzt sind. Einer der bekanntesten und zugleich umstrittensten Zusätze ist Aspartam.

Konservierungsstoffe

Lebensmittel sollen möglichst lange haltbar sein. Durch trocknen, einkochen, räuchern, zuckern, kandieren oder vakuumierenren werden sie haltbar gemacht. Konservierung dient leider in der Lebensmittelindustrie dazu, Lebensmittel länger haltbar zu machen, als ihnen guttut. Dazu verwendet man notfalls auch ein paar Konservierungsstoffe.

 

Antibiotika

Antibiotika werden zwar nicht direkt in Lebensmittel zugesetzt, allerdings in der Massentierhaltung eingesetzt. Die Tiere werden unter lebensunwürdigen Bedingungen krank. So würde sie natürlich kein Schlachthof nehmen. Also wird ihnen Antibiotika verabreicht. Im Discounter oder im Supermarkt landet dann Antibiotika Fleisch.

Aluminium

Was hat Aluminium mit Lebensmittel zu tun? Leider eine ganze Menge. Wenn Konserven- oder Getränkedosen nicht richtig beschichtet sind oder sich die Beschichtung löst, landen Rest in unseren Getränken oder in unserem Essen. Aluminium schädigt das Gehirn und steht auch im Verdacht, Alzheimer zu begünstigen. Nicht nur der Inhalt von Fertigprodukten kann Auswirkung haben, sondern auch deren Verpackung.

Pestizide

Pestizide sind eigentlich ein Schutz für Pflanzen. Pestizide schützen vor Schädlingen. Deshalb werden in sie in der normalen Landwirtschaft über Felder gesprüht. Leider in großen Mengen. Ein Teil der Pestizide sickert mit dem Regenwasser in den Boden und wird dort von den Pflanzen aufgenommen. In deinem Lauch stecken also Pestizide, auch wenn du ihn gründlich wäschst.

Bisphenol A

Wahrscheinlich hast du Bisphenol A noch nie gehört? Macht nichts. Hatte ich auch nicht. Bisphenol A ist in Plastikverpackungen und Plastikflaschen enthalten und so in Lebensmittel über, also beispielsweise Getränke. Bisphenol A wirkt wie ein Hormon und verringert die Fruchtbarkeit. Er steht auch im Verdacht, krebserregend zu sein.

Fungizide

Fungizide kommen vor allem im Obstanbau vor. Sie werden eingesetzt, damit Obst nicht schimmelt. Vor allem Zitrusfrüchte haben eine fette Schicht Fungizide auf der Schale. Deswegen solltest du nach dem Schälen von Zitrusfrüchten nicht Finger ablecken, sondern diese unbedingt waschen. Besser noch: Limetten und Zitronen aus biologischem Anbau verwenden.

Schmelzsalze

Kochkäse, Schmelzkäse, Streichkäse und Toastkäsescheiben enthalten Schmelzsalze. Diese sorgen dafür, dass der Käse schön schmilzt, dabei aber in Form bleibt.  Schmelzzalze ziehen leider das Kalzium aus Knochen heraus, das heißt der Chemiekäse sorgt dafür, dass die Knochen brüchig werden.

 

 

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24 thoughts on “Welche Zustatzstoffe in unseren Lebensmitteln stecken”

  • Danke für diesen Bericht. So ganz bewusst war mir nicht, was in unserem Essen alles drinsteckt. Leider wird man darüber auch nicht sonderlich aufgeklärt. Das mit dem Obst finde ich auch traurig. Wird alles halt komplett bearbeitet und besprüht, damit es toll aussieht. Lg Michaela

  • Alle deine genannten Zusatzstoffe versuche ich möglichst zu vermeiden. Lediglich bei Süßstoff greife ich häufig zu. Egal ob bei Getränken oder auch beim Backen, ich kann mir die Zuckeralternative nicht abgewöhnen!
    Liebe Grüße, Ina

  • Liebe Julia

    Hmmm…. bin etwas sprachlos! Nicht wegen Deinem Bericht…. der ist super…. sondern was in unserem Essen steckt!

    Danke Dir, für die Informationen, was sehr spannend alles zu lesen!

    Hab einen schönen Tag!

    xoxo
    Jacqueline

  • Dankeschön für den aufklärenden Artikel, ich versuche so gut es mir möglich ist bei der Wahl meiner Lebensmittel auf Zusatzstoffe aller Art zu verzichten so gut es mir möglich ist.

    • Hallo Andreas,
      ja immer geht das vermutlich nicht. Im Alltag kann man sicher auch mal zu Fertigprodukten greifen. Es kommt halt auf die Häufigkeit an.
      Viele Grüße Julia

  • Das ist ein wirklich informativer Post. Als ich von zu Hause ausgezogen bin, habe ich viele Fertigprodukte gegessen und mich schnell an den Geschmack gewöhnt. Nachdem ich aber bewusst auf diese Zusatzstoffe verzichten wollte, war es echt schwer, vom ganzen Glutamat wegzukommen 😀 Das war wie ein Entzug 🙂

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

    • Hallo Nadine,
      ich weiß sehr genau, was du meinst. Mir ging es ähnlich. Dosen und ich waren die allerbesten Freunde und Glutamat kam mir wahrscheinlich aus allen Poren raus ;-). Aber vielleicht gehört diese Erfahrung auch einfach zum Leben dazu *g. Liebe Grüße Julia

  • Liebe Julia,

    manche Inhaltsstoffe sind einfach so unnötig!
    Und leider auch dadurch ge­sund­heits­schä­di­gend.
    Einfach nur erschreckend, wie Firmen mit Inhaltsstoffen he­r­um­ex­pe­ri­men­tie­ren.
    Ich versuche aus so gut wie es geht, solche Inhaltsstoffe zu vermeiden.

    Eine schöne Woche & liebe Grüße Alina ♥

    • Liebe Alina,
      ja. Leider weiß man ja nur nicht immer, wo man etwas vermeiden könnte. Zumindest mir ist nicht alles bewusst. Vielen Dank. Ich wünsche dir auch eine tolle Woche! LG Julia

  • Ich beschäftige mich schon sehr lange mit gesunder Ernährung, auch wenn ich kein Mensch bin, der komplett auf fertige Produkte verzichtet. Aaaaaber ich bin mir bewusst, wie viel „Müll“ ich da zu mir nehme. Das macht es mir leichter zu verzichten

    • Liebe Pia!
      Es geht ja auch oft genug um das Bewußtsein. Ab und dann Fertigkram macht niemanden krank. Aber jeden Tag ist eben nicht gut. Vielen Leuten fehlt einfach das Bewußtsein dafür, wie viel Zucker oder andere Zusatzstoffe in kleinsten Mengen stecken. Lieber Gruß Julia

  • Hallo,

    ein richtig guter Artikel! Ich lege auch sehr viel Wert auf das, was wir essen. Möchte man auf Farb- / Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker verzichten, bleibt einem fast keine Wahl, als alles aus den Grundzutaten selbst herzustellen. Und das tun wir dann auch.
    Übrigens ein total schöner Blog; werde sicherlich noch öfter vorbeischauen.

    Liebe Grüße,
    Lisa

    • Liebe Lisa,
      vielen Dank. So ist es. Es bleibt einem einfach nichts anderes übrig. Aber gemeinsames backen und kochen ist ja auch toll und aufregend (zumindest für die Kleinen ;-)). Vielen Dank für deine netten Worte. Lieber Gruß Julia

  • Liebe Julia,

    ich bin da sehr sensibel beim Einkaufen auf Zusatzstoffe, Zucker und Schwermetalle usw.- vor allem wenn ich für meine Kinder einkaufe. Man könnte aber fast verrückt werden weil überall so viel drinnen ist was man gar nicht vermutet … schlimm! Danke für deinen informativen Blogpost!

    Liebe Grüße und schönen Abend!
    Verena

    • Liebe Verena,

      ja das stimmt. Und leider hat man auch nicht immer die Zeit, stundenlang Nährwertangaben zu lesen, obwohl man es eigentlich tun sollte. Dir auch einen wunderschönen Abend! Liebe Grüße Julia

  • WOW!
    Ich lese solche Beitraege sehr gerne und jedes Mal frage ich mich an der Supermarkt-Kasse ob ich einige Lebensmittel doch nicht lieber auf dem Markt holen sollte. Das klappt leider nicht immer . Ich habe allerdings den Luxus neben einem Hof mit einer sehr guten Auswahl Lebensmittel zu wohnen!
    Fertiges Essen gibt es selten bei mir zu Hause – wenn ich beruflich unterwegs bin, dann geht es leider nicht so wie ich es möchte!
    LG, Alex.

    • Ja liebe Alex, da hast du recht. Manchmal ist man eben dazu verdammt, etwas „to go“ zu holen. Aber ich finde es ist schon ein gutes Mittelmaß und wenn du neben einem Hof wohnst, ist das ja fast Luxus. Liebe Grüße!

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