Wie du Trockenobst selbermachen kannst

Wie du Trockenobst selbermachen kannst

Als Snack sind sie ebenso beliebt, wie im Müsli: Trockenfrüchte. Getrocknete Früchte sind sehr beliebt. Sie gelten teilweise als legendäre Hausmittel. Outdoorfans schwören auf das trockene Obst, weil es easy zu transportieren ist, nicht schimmelt und im Rucksack nicht vermatschen kann. Leider wissen viele nicht, dass Trockenobst eine Zuckerbombe ist. In diesem Artikel verrate ich alles wichtige über Dörrobst. Und es gibt Tipps, wie du dein Trockenobst selbermachen kannst.

Woher kommt Trockenobst eigentlich?

Trockenobst stammt übrigens aus dem Nahen Osten, also aus dem Iran, aus Syrien und dem Irak sowie dem Südwesten der Türkei. Die Dattelpalme wurde vor mehr als 5000 Jahren in Mesopotamien angebaut.  Sie bringt im Jahr etwa 50 Kilogramm Datteln hervor. Die Mesopotamier trockneten die Datteln. Sie wurde als Süßungsmittel eingesetzt oder als Beilage für Fleisch gegessen.  Das Dörren fand übrigens immer auf natürlichem Wege statt: das Obst fiel vom Baum und trocknete durch die Hitze aus.  Weil es in Mitteleuropa nicht so heiß ist, können können wir  auf diesem Weg kein Trockenobst selbermachen. Schade!  Vom Nahen Osten aus verbreiteten sich Trockenfrüchte über Griechenland nach Italien, wo vor allem Rosinen und Feigen beliebt waren. Rosinen und Aprikosen kamen eher aus Asien nach Europa.

Heute finden wir Trockenobst in jedem Supermarktregal und in fast jedem Müsli. Die Verpackungen tragen gerne hübsche Namen wie „Dein Obstsnack für unterwegs“ oder „deine tägliche Portion Obst“. Davon sollte man sich allerdings nicht verführen lassen.

Was steckt im Trockenobst?

Getrocknete Mangos, Äpfel, Cranberries und Co sind grundsätzlich gesünder als Süßigkeiten oder Fertigessen. Sie enthalten zwischen zehn und 30 Prozent der Feuchtigkeit von frischem Ost, aber auch Nährstoffe. Das Obst wird in heißer Luft getrocknet, wodurch dem Obst die Feuchtigkeit entzogen wird. Es bleiben maximal 25 Prozent Feuchtigkeit im Obst. Man nennt diesen Vorgang auch Dörren. Wer zu Hause einen Dörrautomaten hat, kann Trockenobst auch selbst herstellen. Auch nach dem Dörren bleiben im Obst wertvolle Mineralien wie Phosphor, Kalium und Vitamine enthalten. Außerdem bleiben auch Pflanzenstoffe in deinem Obst. Getrocknetes Obst enthält weniger Vitamin C als frische Früchte. Vitamin C geht während dem Dörrvorgang verloren. Deshalb werden Früchte in der Industrie der Gefriertrocknung, auch Lypohilisation genannt, unterzogen. Früchte werden zunächst bei bis zu minus 78 Grad Celsius gefroren, damit die Flüssigkeit extrahiert werden kann.   Um die Farbe der getrockneten Früchte zu erhalten und um Fäulnis vorzubeugen, wird industriell hergestelltes Trockenobst häufig vor dem Verpacken geschwefelt und/oder mit Konservierungsmitteln behandelt.  Ein weiteres Verfahren ist die Mikrowellen-Vakuum-Trocknung (MVT). Dabei wird das Obst in einem Warumlufttrockner auf einen Wassergehalt von 30 bis 45 Prozent gebracht. Mit Hilfe von Mikrowellen und unter Vakuum wird im Obst ein Dampfdruck erzeugt, das heißt die Frucht wird von innen nach außen getrocknet. 100 Gramm Trockenobst haben etwa 250 Kalorien und enthalten bis zu fünf Gramm Eiweiß.

Wie du dein Trockenobst selbermachen kannst

Die gute Nachricht ist, dass jeder sein Trockenobst selbermachen kann. Dazu braucht man einen Backofen oder ein Dörrgerät. Ich habe den  Dörrautomaten von Rommelsbacher*. Er ist sehr praktisch, aber es klappt auch ohne. Du benötigst dazu allerdings etwas mehr Zeit und musst in der Nähe deines Ofens bleiben.

Wenn du dein Obst im Backofen trocken möchtest, solltest du es in gleich dünne Scheiben schneiden beziehungsweise gleich große Stücke oder Würfel. Den Backrost solltest du mit Backpapier belegen. Darauf breitest du dein Obst aus. Achte darauf, dass die Früchte nicht übereinanderliegen. Die Backofentür solltest du einen Spalt offenlassen. Wenn das bei deinem Backofen nicht automatisch geht, kannst du auch etwas dazwischen klemmen. Anschließend stellst du den Ofen auf etwa 50 Grad ein.  Der Vorgang dauert mehrere Stunden. Dein Obst solltest du immer wieder wenden.  Bananen und Äpfel färben sich leicht. Wenn du das verhindern willst, kannst du das Obst vor dem Trocknen in eine Schale mit Zitronenwasser geben.

Wesentlich einfacher ist das Dörren mit einem Dörrapparat. Dörrapparate gibt es in verschiedenen Ausführungen und Preiskategorien. Es gibt beispielsweise Türme mit mehreren Abteilungen, in denen du dein Trockenobst selbermachen kannst. Das ist vor allem praktisch, wenn du das Obst getrennt aufbewahren willst und nicht möchtest, dass die Gerüche vermischen. Ich kenne einige, die dörren Obst und zugleich noch für ihren Hund Fleisch. Dann können mehrere Abteilungen ebenso praktisch sein.

Trockenobst ist gut für die Verdauung

Wenn es mit der Verdauung nicht klappt, ist Trockenobst ein beliebtes Hausmittel. Vielleicht hat dir deine Mutter bei Verdauungsproblemen auch schon mal zu getrockneten Pflaumen geraten? Grund dafür ist, dass Trockenobst sehr viele Ballaststoffe enthält, die im Darm Gas geben. Heißt, das trockene Obst sorgt, dass in deinem Darm wieder gearbeitet wird.  Zu viel solltest du von den Trockenfrüchten allerdings nicht essen, da du sonst Blähungen bekommst und die trockenen Früchte abführend wirken. Du kommst also vom Regen in die Taufe, wenn du gegen Verstopfungen zu viel Trockenobst isst.  Ich spreche leider aus Erfahrungen, was ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen will ;-).

Warum Trockenobst auch Nachteile hat

Trockenobst ist aber nicht nur gut für den Körper. Das Dörren entzieht dem Obs zwar das Wasser, aber leider schmilzt der Zuckergehalt nicht mit. Trockenes Obst besteht zu 50 bis 70 Prozent aus Fruchtzucker. Diese hohe Energiedichte ist das Problem. Eine frische Pflaume ist etwa doppelt so groß wie eine getrocknete. Das heißt, Dörrobst nimmt in deinem Magen viel weniger Platz weg. Deshalb lässt das Sättigungsgefühl auf sich warten. Viele denken auch, dass Trockenobst ausschließlich gesund ist und es nicht so schlimm ist, wenn sie viel davon essen. Du nimmst aber mit Trockenobst trotzdem mehr Zucker zu dir, als wenn du frisches Obst isst. Dies gilt insbesondere für gekauftes Dörrobst.  Trockenobst solltest du daher nur in kleinen Mengen essen, beispielsweise ins Müsli.

Wer besser keine Trockenfrüchte essen sollte

Dörrobst ist nicht für alle Menschen unbedenklich. Asthmatiker reagieren mit dem zugesetzten Schwefel mit Nesselsucht, Fließschnupfen und Juckreiz.  Trockenfrüchte sind auch nicht für Menschen mit Nierenproblem geeignet. Sie enthalten viel Kalium. Wer eine Fruktose Intoleranz hat, sollte Trockenobst meiden.

Dörrobst kaufen? Kar!

Wenn du dein Trockenobst nicht selbst machen willst, gibt es immer noch Möglichkeiten, zuckerfreie Varianten zu kaufen. Du findest sie vorwiegend in Biomärkten oder auf dem Wochenmarkt um die Ecke. Im Zweifel hilft immer ein Blick auf die Nährwertangaben. Manche Verpackungen informieren auch auf der Vorderseite, dass Produkte gezuckert und geschwefelt sind. Dies trifft z.B. besonders auf Cranberies, Ananas Mango und Apfelstücke zu. Ich liebe es übrigens auf orientalischen Märkten Trockenfrüchte zu kaufen und zu probieren.

Dörrobst selber machen, Trockenobst gezucker, Zucker in Trockenobst,


*) Enthält Affliate Links. Für dich verändert sich der Preis nicht. Ich werde aber am Verkauf mit einer kleinen Provision beteiligt.

Es hat dir gefallen? Lass mir ein Like da!


15 thoughts on “Wie du Trockenobst selbermachen kannst”

  • Liebe Julia

    Das ist so eine tolle Idee, dass werde ich mal in den Sommerferien ausprobieren mit meinem kleinen! ;oD

    Danke Dir für den tollen Bericht und die Inspiration!

    Hab einen schönen Tag!

    xoxo
    Jacqueline

  • Ein wirklich sehr informierender Beitrag. Dass in Trockenobst viel Zucker ist, war mir klar aber ich habe mir nie Gedanken über das „warum eigentlich“ gemacht – logisch. Auch hätte ich nicht gedacht, dass manche Menschen besser die Finger davon lassen sollten.
    Ich habe auf jeden Fall jetzt Lust auf eine Hand voll getrockneter Pfirsiche 😀
    Lieben Gruß
    Jil

  • Ich liebe Trockenobst, gerade im Sommer im Büro dazu noch Nüsse, dann ist es perfekt. Versuche aber aufgrund des hohen Zuckergehaltes nicht zuviel davon zu essen. Ich kaufe es meistens in Wien beim Naschmarkt, dort ist es einfach total lecker….
    Liebste Grüße
    Marina

  • Vielen Dank für diese Anleitung. Ich liebe Trockenobst, leider ist das aber oft ziemlich überteuert <3
    Hab einen wunderschönen Tag
    Liebste Grüße
    Sassi :*

  • Tolle Idee. ich wußte nicht das man das so einfach selbst machen kann. Und teuer ist es ja auch, wenn man es kauft.
    Danke für den tollen Tip!

    liebe Grüße
    Birgit

    • Liebe Birgit, sehr gerne. Es ist wirklich günstiger. Natürlich auch etwas zeitaufwändiger, aber der Backofen macht das ja alleine. LG Julia

  • Darauf bin ich noch garnicht gekommen. Da ich aber so gerne vieles selbst herstelle und probiere werde ich das mal versuchen! Danke für die Inspiration 🙂

    Anni

  • Liebe Julia,

    … ich gebe Dörrobst gerne ins Müsli hinein … aber ansonsten mag ich das nicht so gerne …

    dennoch war dein Bericht wieder sehr informativ – danke!
    Liebe Grüße und schönen Abend!
    Verena

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.