Zucker in Kaffeekapseln

 

Kein Morgen ohne Kaffee. Das geht einfach nicht. Das fängt schon zu Hause an, setzt sich dann aber in der Redaktion fort. Journalisten wird nachgesagt, dass sie wahre Kaffeejunkies sind und leider kann ich dieses Klischee auch nicht ganz von der Hand weisen. Ich trinke gerne Kaffee und ich trinke auch gerne guten Latte Macchiatto. Während früher in der Redaktionsstube noch eine gute alte Kaffeemaschine mit Filtertüten und losem Kaffeepulver stand, wurde diese längst durch eine Padmaschine abgelöst. In vielen anderen Büros bei uns stehen aber auch Kapselmaschinen, wobei es auch Redaktionen geben soll, in denen zig verschiedene Maschinen stehen. Zuhause ist es ähnlich: Es standen schon alle möglichen Kaffeemaschinen in der Küche. Was aber die wenigsten wissen: In den Kapseln steckt nicht nur Kaffee, sondern auch Zucker, Aromastoffe und Palmfett. Zumindest in den Kaffeespezialitäten.

Wir sind Meister im Kaffee trinken

Der durchschnittliche Deutsche trinkt mehr Kaffee als Mineralwasser. Rund 149 Liter braune Brühe trinkt der gemeine Deutsche im Jahr. Mineralwasser trinkt er nur 137 Liter im Jahr. Natürlich sind das Durchschnittswerte. In Deutschland werden jährlich etwa 402 000 Tonnen Röstkaffee sowie 12.800 Tonnen löslicher Kaffee verbraucht. Der Trend geht steil nach oben. Allerdings eher in Kapselform. Zugegeben: die kleinen Kapseln oder Pads sind natürlich praktisch. Jeder kann sich so viel Kaffee frisch aufbrühen, wie er will. Der Markt für Portionskaffee ist inzwischen hart umkämpft. Jeder Discounter hat seine eigenen Kapseln, die wiederrum mit unterschiedlichen Maschinen kompatibel sind. Inzwischen kann sich jeder zu Hause einen Cappuccino oder einen Latte Macchiato zubereiten.

Woher kommt Kaffee eigentlich?

Nach einer Legende sollen einst Hirten aus dem im Südwesten des heutigen Äthiopien liegenden Königreichs Kaffa aufgefallen sein, dass ein Teil der Ziegenherde, der von einem Strauch mit weißen Blüten und roten Früchten gefressen hatte, bis in die Nacht hinein munter umhersprang, während die anderen Tiere müde waren. Die Hirten beklagten sich darüber bei Mönchen des nahe gelegenen Klosters. Ein Mönch soll die Früchte probiert haben. Er war anschließend scheinbar ziemlich fit. Die Mönche bereiteten anschließend aus den Früchten einen Aufguss und konnten damit ihren Tag verlängern. Eine andere Quelle sagt, der Hirte habe die im rohen Zustand ungenießbaren Früchte ins Feuer gespuckt, woraufhin Düfte freigesetzt wurden; so entstand die Idee des Röstens. Tatsache bleibt aber, dass die Region Kaffa im Südwesten Äthiopiens als Ursprungsregion des Kaffees gilt. Kaffee wurde dort zum ersten Mal im 9. Jahrhundert erwähnt. Über Sklavenhändler kam Kaffee nach Arabien und von dort in die Türkei. Von der Türkei aus eroberte die braune Brühe erst Italien, dann Frankreich und später natürlich auch Deutschland.

Kaffeegenuss als Luxusgut

Kaffeekapseln sind ein Luxusgut. Etwa 40 Cent kostet eine Alu-Kapsel. Enthalten sind etwa 6 Gramm Kaffee pro Kapsel. Der Kilopreis für Kapselkaffee liegt also bei 60 Euro. Den Verbraucher interessiert nicht, dass er losen Kaffee deutlich günstiger bekommen könnte, weil die Kapseln ja so praktisch sind. Über die Umweltverschmutzung müssen wir an dieser Stelle nicht reden: Kapseln verursachen irre Mengen an Müll. Kapselkaffee gibt es übrigens etwa seit 1986. Nestlé entwickelte zwischen 1970 und 1976 das Nespresso-System. Es kam 1986 erstmals auf den Markt. Den Durchbruch erreichte man aber erst in den 2000er Jahren. Das Tassimo-System von Jacobs kam 2005 auf den Markt. Kaffeepads gibt etwas seit 1972. Damals entwickelte die Firma illyfaffe S.p.A das erste Kaffeepad. Auf den Markt kamen die Pads aber erst 2001 durch die Firmen Philips und Jacobs, die das gemeinsam entwickelte System Senseo auf den Markt brachten.

Zucker in Kaffeekapseln

Kaffeekapseln enthalten nicht nur 6 Gramm Kaffee, sondern auch gehärtetes Pflanzenfett, Zucker, Glukosesirup, Säureregulatoren, künstliche Aromastoffe und Stabilisatoren. Leider schauen die wenigsten Kaffeetrinker bei Kapseln einmal genauer auf die Verpackung. Namen wie „Melange“ „Vanilla“ oder „Haselnuss-Zimt“ klingen verführerisch. Auch Formulierungen wie „noch mehr Aroma“ und „neue Rezeptur“ verweisen darauf, dass nicht nur Kaffee enthalten ist. Auch in Kaffeepads stecken Zusatzstoffe. Dies betrifft wie auch bei den Kapseln vor allem Produkte, die vo normalen Kaffee abweichen. In 100 Gramm Kaffeekapseln Dolce Gusto Latte Macchiatto stecken z.B. stolze 32,8 Gramm Zucker. Das entspricht etwa 11 Stück Würfelzucker. Die Verpackung hat aber fast 200 Gramm Zucker. Hier findet ihr alle Kaffeeprodukte und könnt genau nachschauen, ob eure Kapseln Zucker enthalten.
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat berichtet, dass nicht überall wo „Latte Macchiatto“ draufsteht, auch Milch drinsteckt.

 

Alternativen zu Kaffeekapseln

Es gibt inzwischen wiederverwertbare Kaffeekapseln. Diese haben gleich mehrere Vorteile. Zum einen vermeidet man jede Menge Müll, zum anderen weiß man was drinsteckt. Sie lassen sich mit losem Kaffee befüllen und vergeuden keine Rohstoffe. Außerdem spart man damit auch kräftig Geld, da loser Kaffee deutlich günstiger ist als bereits abgefüllte Kaffee. Nachteil ist natürlich, dass man dafür Zeit benötigt und das ganze etwas Sauerei macht. Nachteil ist, dass man bei einigen Maschinenherstellern die Garantie verliert, wenn man wiederauffüllbare Kapseln verwendet. Warum wohl? Ich kann natürlich nicht von der Hand weisen, dass Kapselmaschinen wirklich praktisch sind. Wer aber auf Zucker verzichten will, sollte auf jeden Fall die Verpackungsbeilagen studieren. Natürlich kann man sich auch einen Kaffeevollautomaten anschaffen. Das ist die teure Alternative.
Übrigens ist Hamburg in dieser Hinsicht ein toller Vorreiter. Angestellten der Stadt ist seit 2016 verboten, auf Staatskosten Kapselkaffee zu kaufen. Grund dafür ist die immense Umweltverschmutzung.

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21 thoughts on “Zucker in Kaffeekapseln”

  • Interessant, ich bin eh nur die profane Filterkaffee-Trinker. Ich finde diese ganzen Geschmacksrichtungen in den Kaffee-Kapseln einfach nur zum Abgewöhnen und hat für mich nur entfernt mit Kaffee zu tun. Ich trinke Filterkaffee eher, weil ich es von Zu Hause aus kenne und mich damit ein Stückchen Heimat verbindet.

    Viele Grüße, Simone

    • Liebe Simone,
      das finde ich toll! Filterkaffee hat eben den Nachteil, dass man oft größere Mengen macht und er rumsteht. Wenn man dann sich eine Tasse holen will, ist er schon kalt. Das hat für uns immer gegen Filterkaffee gesprochen. Aber ich kenne das aus meinem Elternhaus auch so. Lieber Gruß Julia

  • Sehr gut zu wissen, da ich gerade vermeide Zucker zu essen. Aber generell würde ich wegen dem extremen Müllverbrauch nie Kapseln kaufen – also 2 gute Gründe es nicht zu tun 🙂

    Lieben Gruß,
    Anni

  • Hab selber keine Kapselmaschine mehr, eben weil so viel Müll sich ansammelt. Das finde ich nicht gut. Da verziechte ich lieber auf verschiedene Kaffeesorten und trinke meinen aus der normalen Maschine. Ein sehr interessanter Bericht wieder von dir. Man lernt nie aus 🙂

    Alles liebe

    • Hallo Nici,
      Ja das mit dem Müll ist erschreckend. Privat und beruflich kenne ich das auch. Im Büro kommt da noch viel mehr Müll zusammen und ich finde das muss nicht sein. Liebe Grüße Julia

  • Da ich eh eine Teetrinkerin bin und Kaffee total verteufel, nutze ich sowas eh nicht. Wir haben zwar eine Padmaschine aber die wird selten bis nie genutzt. Die kommt aus ihrer Ecke raus wenn Geburtstage anstehen oder ähnliches. Ich finde aber in Kapsel gehört kein Zucker..
    Danke für deinen Informativen Beitrag.
    Liebe grüße nadine

    • Hallo Nadine,
      ich bin auch eine Teetante. Allerdings nur eine saisonale Teetante. Aber ohne Kaffee geht es noch nicht. Gegen gut aufgebrühten Kaffee spricht ja auch nichts. Liebe Grüße Julia

  • Liebe Julia

    Ich selbst trinke keinen Kaffee, aber Dein Bericht ist super interessant!

    Mein Sohn und mein Mann trinken sehr gerne Kaffee und vielleicht wechseln wir mal wieder zu einer Bohnenmaschine! ;oD

    Hab einen schönen Nachmittag!

    xoxo
    Jacqueline

  • Ich selbst bin kein grosser Kaffetrinker, aber als Informatiker weiss ich, was das bedeutet 😉 Meine Teamkollegen trinken Kaffee nämlich wie Wasser, hab denen deinen Beitrag mit den spannenden Fakten gleich weitergeleitet 😀

  • Wie Kaffee überhaupt entdeckt wurde finde ich schon faszinierend 🙂 Also ich noch kein Kaffee getrunken habe aber schon alleine gewohnt habe, habe ich immer mal Kaffee gekocht, damit es in der WOhnung gut riecht 😀
    Da wir einen Vollautomaten haben, nutze ich keine Kapseln 🙂

    Liebe Grüße
    Nadine

    • Vollautomaten sind sowieso die beste Wahl. Und ich musste gerade lächeln, liebe Nadine!
      Das mit dem Geruch kann ich nämlich sehr gut nachvollziehen!
      Viele Grüße Julia

  • Sehr interessante Informationen hast du da zusammengetragen. Ich habe eine Kapselmaschine, habe mich aber bisher noch nicht über die Inhaltsstoffe informiert.
    Liebe Grüße
    Sigrid

  • Ahhh, ein sehr guter und mega informativer Beitrag. ich beschäftige mich auch immer mehr damit, wo man eigentlich (unnötiger weise) Zucker finden kann. Dass er sich auch in Kapseln versteckt, wusste ich zum Beispiel noch nicht weil ich selber keine Kapselmaschine habe. Aber sehr spannend zu wissen – denn bei Freunden gibt es Standardmäßig Nespesso-Kaffee.
    Wenn man einmal ein Bewusstsein dafür entwickelt und darauf achtete, ist das teilweise echt erschreckend!

    Liebe Grüße
    Sarah

    • Liebe Sarah, da hast du leider echt recht. Es ist immer wieder erschreckend, wo inzwischen Zucker drinsteckt. Habe deinen informativen Beitrag auch gelesen zum Thema Essen. Lieber Gruß Julia

  • Liebe Julia,

    deine Blogbeiträge sind einfach immer ein Hit und super informativ! Ehrlich gesagt wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass in Kaffeekapseln Zucker enthalten ist!!! ich werde mir sofort eine Alternative überlegen.

    Danke dir für diesen Beitrag <3!
    lg
    Verena

  • Ein toller Artikel, zumal ich mir ehrlich gesagt noch nie darüber Gedanken gemacht habe, wie viel Zucker ich alleine durch Kaffee zu mir nehme (und statt normalem Zucker zum Süßen nur ein wenig Honig verwende)….

    Vielen Dank für die Aufklärung!

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