Zuckerarten: Wie du künftig alle Nährwertangaben verstehst

Zuckerarten: Wie du künftig alle Nährwertangaben verstehst

Fruchtzucker, Milchzucker, Rohrzucker – verwirren dich die gefühlt 1000 Zuckerarten auch immer wieder? Dann sind wir ja schon zu zweit. Ich habe mich die letzten Tage viel über Zuckerarten informiert und versuche nun Licht ins Zuckerdunkel zu bringen.

Zuckerarten auf einen Blick

Brauner Zucker – Rohrzucker

Brauner Zucker ist weniger raffiniert als weißer Zucker oder mit sogenannter Melasse gefärbt. Er ist aber leider nicht gesünder als Haushaltszucker.

Fruchtzucker – Fruktose – Fructose

Fruchtzucker kennen wir – na klar – vom Obst. Es ist der natürliche Zucker, der in Obst vorkommt und deshalb ein Einfachzucker. Fructose hat von allen Einfachzuckern die höchste Süßkraft und kommt in Diabetikerlebensmittel oder Diätnahrungsmittel auch als Zuckerersatzstoff vor.

Fruchtzucker ist süßer als alle anderen Zuckersorten: Fast anderthalbmal so Süß wie Haushaltszucker und dreimal süßer als Traubenzucker. Fruchtzucker gibt es in kristalliner Form und als Sirup. Er kommt nicht nur in Honig und Früchten bzw. Fruchtsäften in natürlicher Form vor, sondern wird massiv in der Lebensmittelindustrie eingesetzt: für warme und kalte Speisen, in Back- und Süßwaren, Kuchen, Konfitüren und Gelees, Speiseeis, Konserven, Ketchup, Fruchtjogurts, Müesliriegeln, Instantgetränken, zuckerhaltigen Limonaden, Früchtetees und vielem mehr.

Inulin

Inulin ist ein natürlicher Mehrfachzucker. Bitte nicht mit Insulin verwechseln. Inulin ist aus Fruchtzucker aufgebaut und besteht aus Polysacchariden und Fructosebausteinen. Artischocken und Topinambur enthalten besonders viel Inulin, das in der Diabetiker-Ernährung eingesetzt wird.

Haushaltszucker/Saccharose

Haushaltszucker kennt jedes Kind. Der Kristallzucker wird aus Zuckerrüben und Zuckerrohr gewonnen. Du findest ihn auf Verpackungen auch unter dem Namen Rohr- oder Rübenzucker oder Industrie- und Fabrikzucker. Er ist hochgereinigt, enthält keine Vitalstoffe und viele Kalorien. Saccharose ist ein Zweifachzucker, indem Traubenzucker und Fruchtzucker miteinander verbunden sind zu einem Molekül.

Isomaltulose

Die gute Nachricht zuerst: Isomaltulose wird langsam verstoffwechselt und ist daher gesünder als Haushaltszucker. Zudem lachen auch eure Zähne, denn Karies erzeugende Bakterien können mit Isomaltulose nichts anfangen. Die glykämische Wirkung ist sehr niedrig, das heißt der Blutzuckerspiegel steigt nicht wie bei gewöhnlichem Haushaltszucker sofort an. Isomaltulose ist ein Naturstoff, der durch Fermentation aus Rohrzucker gewonnen wird. Als natürlicher Bestandteil kommt Isomaltulose unter anderem auch in Honig vor.

Invertzucker

Wenn Haushaltszucker (Saccharose) aufgelöst wird entsteht Invertzucker. Er besteht zu gleichen Teilen aus Fruchtzucker und Traubenzucker. Viele kennen Invertzucker auch noch in der Form von Cremes, die als Kunsthonig angeboten wurden. Sie waren gefärbt und aromatisiert.

Malzzucker (Maltose)

Malzzucker kommt in keimendem Getreide durch die Spaltung von Stärke auf. Maltose ist ein Doppelzucker und besteht zu zwei Teilen aus Traubenzucker. Er ist weniger süß als Rohrzucker und wird vor allem bei der Herstellung von Malzbonbons und Bier verwendet. Um sich den Süßegrad vorzustellen, hilft folgender Vergleich: wenn Haushaltszucker 100 Prozent hat, bringt es Maltose auf 60 Prozent.

Maiszucker/Maissirup auch Isoglucose und Isoglukose

Maiszucker stammt wie der Name schon sagt aus Maisstärke. Isoglucose wird industriell hergestellt und findet bislang vor allem in der Getränkeindustrie und der Obstkonservierung Anwendung.

Laktose (Milchzucker)

Der Milchzucker kommt in der Milch von Säugetieren vor und wird im menschlichen Körper vom Enzym Lactase verdaut.  Er besteht aus Schleimzucker (Galaktose) und Traubenzucker. Industriell wird er aus Molke gewonnen und bringt es auf rund ein Viertel der Kristallzuckersüße. Milchzucker kann abführend wirken. Lactose wurde übrigens schon 1615 von Fabrizio Bartoletti aus Milch isoliert.

Sorbitol/Glucitol und Sorbit

Diese Zuckerart kommt in Früchten vor, vor allem in Pflaumen und Trockenfrüchten. Auch frische Pfirsiche, Trauben und Birnen können kleine Mengen an Sorbit enthalten. Sorbit wird im Körper zu Fruktose umgewandelt und wirkt abführend. Das erklärt beispielsweise auch, warum Trockenfrüchte bei Verstopfung als altes Hausmittel gelten.

Die Lebensmittelindustrie verwendet Sorbit als Zuckeraustauschstoff (E420), der Nahrungsmittel süßt oder feucht hält. Sorbit versteckt sich auch dann in Produkten, wenn „zuckerfrei“ auf der Verpackung steht, beispielsweise in Kaugummis und Bonbons. Aber auch Medikamente und Zahnpasta enthalten etwas Sorbit.

Glucose (Glukose), Dextrose und Traubenzucker

Glukose ist ein natürlicher Zucker, der in Obst und Honig vorkommt.  Daher ist Glucose einer der bekanntesten Zuckerarten. Traubenzucker, den es im Laden zu kaufen gibt, wird aus Kartoffelstärke oder auch Maisstärke gewonnen, also ein chemisches Produkt.  Er wird bei der Verdauung sofort in den Blutkreislauf aufgenommen und gilt deshalb als schneller Energiespender in Prüfungssituationen oder beim Sport. Traubenzucker ist ein Monosacharid, also Einfachzucker. Während natürlicher Traubenzucker langsamer verdaut wird, dringt chemischer Traubenzucker schnell in das Blut und verursacht rasantes Ansteigen der Blutzuckerwerte. Er wirkt sich ungünstig auf dem glykämischen Index und kann für Heißhunger mitverantwortlich sein.

Vollrohrzucker (Sucanat)

Vollrohrzucker stammt in der Regel aus biologischem Anbau und ist nicht so stark bearbeitet wie weißer Zucker. Er enthält deshalb noch Mineralsalze und Vitamine aus dem Zuckerrohr, aus dem er gewonnen wird. Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass Zucker eben Zucker ist.

Zucker in der Küche

In der Küche gibt es unter anderem Hagelzucker, Einmachzucker, Gelierzucker oder der beliebte Kandiszucker. Einmachzucker ist häufig Weißzucker. Weißzucker und Haushaltszucker sind identisch in der Herstellung, allerdings ist Weißzucker meistens etwas schlechter in der Qualität. Einmachzucker wird im Handel auch rot angeboten (Farbstoffe). In Gelierzucker findet man neben Haushaltszucker auch Pektin, Zitronen- und/oder Weinsäure zur Herstellung von Marmelade und Gelees. Hagelzucker findet man vor allem auf Gebäck. Kandis besteht aus Zuckerlösungen, die durch langsames Auskristallisieren entstehen. Puderzucker ist lediglich feingemahlener Haushaltszucker, der allerdings speziellen Reinheitsvorschriften genügen muss.

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